Expedition zum Himlung Himal in Nepal - 
"der einsame Himmelsberg"

In der Nähe der tibetischen Grenze liegt eine Gruppe weitgehend unbekannter Berge. Einer von Ihnen ist der Himlung mit seinen 7.126 m  ein eher technisch leichter jedoch nicht zu unterschätzender Berg. Mit einer Gruppe von 12 Teilnehmern, einem Bergführer und 3 nepalesischen Sherpas gehen wir dieses Abenteuer an. Unser gesamtes Expeditionsgepäck, insgesamt 2,8 t, wird größtenteils von Mulis bis zum Basislager getragen. Ohne diese Hilfe und die Unterstützung der dreiköpfigen Küchenmannschaft ist eine solche Tour kaum zu realisieren. 

 

Wie in meinen Vorjahresbericht bereits geschrieben, ist Nepal ein armes Entwicklungsland und durch das schwere Erdbeben zusätzlich sehr hart getroffen. Bilder von zerstörten Häusern bzw. einzigartige Baudenkmale lassen nur erahnen, welche Werte diesem Land mit seinen so herzlichen Einwohnern verloren gegangen sind. 

Tourverlauf:  Busfahrt von Kathmandu über Besi Sahar und weiter mit dem Geländewagen nach Bhulbhule. In Trekkingetappen geht es weiter über Jagat und Dharapani nach Koto. Wir biegen ab in das Naar Phu Valley via Dhamasala und Kyang bis Phu. Nach einem Akklimatisationstag in Phu laufen wir Richtung Saribung Pass bis zum Himlung Base Canmp. 

Vorbereitung: Ein langes intensives Training mit Radfahren, Treppensteigen und Ausdauerläufen gehören genauso dazu wie das zusammenstellen der Ausrüstung. Ein großer Rucksack und ein Duffel-Pac sind prall gefüllt mit insgesamt 34 kg sowie 7,0 kg Handgepäck.

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Tag 1 und 2:   Anreise von Deutschland nach Nepal

Den Flug, von Berlin Tegel - via Dubai (Abu Dabi), habe ich fast komplett geschlafen. Weiterflug nach Kathmandu, Ankunft am späten Abend in Nepals Hauptstadt und Transfer zum Hotel Malla im Stadtteil Thamel. Hier treffen wir mit unserer Gruppe zusammen. Nach einem Begrüßungsgetränk gehen wir müde von der langen Anreise auf unsere Zimmer und schlafen auch gleich ein. 

Tag 3:   Kathmandu – Stadtbesichtigung

Mit einen guten Frühstück beginnen wir den Tag. Bei einem Spaziergang durch die Stadt sehen wir immer noch das Ausmaß des schweren Erdbebens aus dem vergangenen Jahr. In kleinen Gruppen laufen wir durch Thamel, es werden noch letzte Einkäufe getätigt. Später stelle ich meine Sachen neu zusammen, der Rucksack für das 7-tägige Trekking und das Duffel-Pac mit der Expeditionsausrüstung, welches direkt zum Base Camp durch getragen wird. Am Nachmittag treffen wir uns in der Gartenanlage des Hotels, bei diesem Meeting erhalten wir weitere Informationen zum Ablauf der nächsten Tage. Anschließend gehen wir gemeinsam zum Abendessen, traditionell gibt es Dalbat.

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Tag 4:   Anfahrt von Kathmandu – Jagat   (1.300 m)

Bereits 4.30 Uhr heißt es aufstehen und 30 Minuten später sitzen wir beim Frühstück. Pünktlich um 6.00 Uhr sind alle in der Hotellounge. Unsere Träger für die Expedition werden uns vorgestellt, sie beginnen das gesamte Gepäck auf dem Bus zu verstauen. Kurze Zeit später rollt er los, über landestypische Straßen Richtung Besi Sahar, wo wir gegen Mittag ankommen. Das gesamte Equipment wird nun in Geländegängigen Jeeps verpackt und nach dem Mittagessen geht es weiter über vom Regen ausgespülte Wege. Am späten Nachmittag erreichen wir völlig durchgeschüttelt unser Tagesziel Jagat. Während die Küchenmannschaft für uns ein leckeres Abendmahl bereitet, sitzen wir beisammen, zu einer Tourenbesprechung.

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Tag 5:   Etappe 1:   Trekkingbeginn  Jagat - Dharapani (1850m)

Es ist soweit, heute beginnt unsere Tour, die ersten Kilometer schlagen einige, wie ich empfinde, ein zu hohes Tempo an. Ich laufe in meinen gewohnten Schritt langsam hinterher und genieße die Natur. Gehen wir anfänglich noch über breite Wege durch Mischwald, werden nun die Pfade enger und etwas steiler. Der Monsum ist vorbei, somit stehen die Bäume im satten Grün, der Nachteil, die Wege sind teilweise stark aufgeweicht und rutschig. Das Wetter meint es gut mit uns, die Sonne lacht von einem strahlend blauen Himmel hernieder, dann und wann thronen die ersten Berge durch die Baumwipfel. Die Mittagspause nutzen einige, um sich etwas frisch zu machen in einem der Wildbäche. Auf dem weiteren Weg müssen wir mehrere überflutete Wegabschnitte queren. Am frühen Nachmittag erreichen wir unser heutiges Tagesziel Dharapani. Den Rest des Tages führen wir Gespräche, um uns näher kennen zu lernen. Es wird viel gelacht und alle haben ihren Spaß. 

Tag 6: Etappe 2:  Dharapani - Koto (2600m)

Nach einer ruhigen und gut durchschlafenen Nacht geht es frisch gestärkt wieder auf Tour. Je höher wir kommem desto aufgeweichter werden die Wege, jeder einzelne Schritt muss ausbalanciert werden, um nicht in den Matsch zu fallen (was nicht immer gelingt). Zum Glück ist es warm, so dass die teilweise nassen Sachen schnell wieder trocknen. Unterwegs treffen wir immer wieder auf Einheimische, die dabei sind, Wege zu befestigen, teils mit Schotter an anderer Stelle mit Holzstämmem, alles in Handarbeit. Den freien Nachmittag nutzen Martin und ich zu einem Spaziergang durch den Ort. Wir besuchen die örtliche Grundschule, es gibt einen Lehrer, welcher für 5 Klassenstufen mit insgesamt 22 Schülern verantwortlich ist. Mit einer Spende verabschieden wir uns.

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Tag 8:   Etappe 4:  Meta - Phu  (3980m)

Zu beginn des heutigen Tages liegen die Berge noch in Wolken bzw. Nebel. Im Laufe des Tages setzt sich die Sonne durch und gleich wird es wärmer, jedoch frischt ein unangenehmer Wind auf. Für unsere Mittagsrast suchen wir ein windstilles Plätzchen und genießen unser Lunchpaket. Weiter geht es durch ein letztes Tal entlang am Wasser, bergauf und bergab, bis in das tibetische Hochland. Am Wegrand stehen noch vereinzelt Blumen und Sträucher sonst ist alles sehr staubig und karg. Gegen 14.00 Uhr erreichen wir Phu, den letzten Ort in diesem Tal. Alles muß unendlich weit herangetragen werden. Leider kommen auch heute die Mulis erst 3 Stunden nach uns. Das ist schlecht da wir heute in Zelten schlafen und diese erst aufgebaut werden müssen. Sobald die Sonne hinter den Bergen verschwindet wird es empfindlich kalt. Bereits um 20.30 Uhr liege ich in meinem Schlafsack.

Tag 7:   Etappe 3:  Koto - Meta  (3560m)

Auf unserer heutigen Etappe verlassen wir den Hauptweg der Annapurna-Runde und gehen in das wunderschöne Naar-Phu-Tal. Nach dem Regen der letzten Nacht hat sich das Wetter wieder beruhigt. Es ist noch schwülwarm und tropft gelegentlich von den Bäumen. Der weiche Boden tut sein Übriges. Am frühen Nachmittag erreichen wir Meta, mit der Höhe kommt nun auch die Kälte, jeder zieht sich noch etws drüber. Unser Hauptgepäck kommt mit den Mulis erst gegen 17.00 Uhr an.

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Tag 9:   Etappe 5:  Phu Akklimatisationstag  (3980m)

Der heutige Tag dient zur besseren Akklimatisation. Die Gruppe teilt sich auf, ein Teil geht auf einen Aussichtsberg ca. 500 Hm, die andere Gruppe läuft zu dem Kloster über dem Ort auf 4200m. Am frühen Nachmittag sind alle wieder zurück. Jeder verbringt die Zeit individuell z.B. Karten schreiben. Unser Hauptgepäck wird bereits heute von den Mulis zum Basislager gebracht.

Tag 10:   Etappe 5:  Phu - Himlung Base Camp (4920m)

Nach einer verregneten Nacht müssen die Wolken erst aus dem Tal ziehen. Für uns kein Grund nicht loszulaufen. Problemlos erreichen wir nach 4 Gehstunden das Basislager. Zu meinem Erstaunen gibt es in dieser Höhe noch grüne Flächen. Expeditionen aus Österreich, Spanien und der Schweiz haben ihre Lager bereits aufgeschlagen. Auch unsere Zelte stehen bereits bei unserer Ankunft. So können wir in aller Ruhe beginnen, diese einzurichten. Im BC hat jeder ein Zelt für sich allein.

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Tag 11:   Ruhetag im Base Camp  (4920m)

Es bewahrheitet sich mal wieder, in diesen Höhen kann ich gut schlafen. Ein Blick aus dem Zelt zeigt mir einen wolkenlosen Himmel. Am Vormittag hält ein Lama (Mönch) für uns eine Puja (Buddhistische Zeremonie). Von uns werden Opfergaben beigegeben. Teile der Ausrüstung werden gesegnet. Er ruft die Götter und bittet für eine erfolgreiche Expedition und gesunde Rückkehr. Später geht es an die Verteilung der Hochlagernahrung. Zum  Mittagessen gibt es Wurst und Käse aus der Heimat, was von allen wohlwollend angenommen wird. Den Rest des Tages nutze ich für Ruhe und Erholung, die nächsten Tage werden es in sich haben. Beim Meeting am Nachmittag sprechen wir über die Vorgehensweise der nächsten Tage, wie das Einrichten der Hochlager und das wir noch einen weiteren Akklimatisationstag im BC einlegen. Anschließend telefoniere ich per Satelittentelefon nach Hause.

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Tag 12:   Base Camp

Bei dem Blick aus meinem Zelt sehe ich, dass das Base Camp mit einer Schneedecke überzogen ist. Das Wetter scheint sich auf das Gemüt einzelner zu legen, so dass im Messzelt "dicke Luft" herrscht. Zum Abschalten ziehe ich es vor auf einen nahe liegenden Hügel zu steigen und verweile hier 2 Std. Für den Nachmittag ist ein Ausrüstungs-Check vorgesehen sowie die Unterweisung in die Anwendung des Certec Bag (Sauerstoffsack), welcher auf einer vorher bestimmten Höhe deponiert wird.

Erfreulicher Weise wird die Stimmung im Team zum Abend wieder besser.

Tag 13:   Aufstieg zu Hochlager 1   (5400m)

Das Warten hat ein Ende, heute geht es endlich los. Unser Weg führt uns Anfangs über den Pangri-Gletscher, welcher stellenweise knifflig ist. Vor einer Steilstufe mit Steinschlaggefahr setzen wir die Helme auf und steigen einen versicherten Steig nach oben und erreichen am Ende der Gletscherzunge das Lager 1. Die hochgetragene Ausrüstung verstauen wir in 3 Zelten. Nach einer Stunde machen wir uns auf den Rückweg. Angekommen an dem Steihang gehen wir am Fixseil in großen Abständen nach unten. Nur einer meint er muss sich nicht sichern und so kommt was kommen muss. Er rutscht den Hang hinunter und überschlägt sich. Mit viel Glück kommt er nach ca. 20 Metern vor einer Abbruchkante zum liegen. Alle anderen bleiben am Sicherungsseil bis unser Bergführer zu dem Verunglückten vorgestoßen ist und ihn sichert. Bis auf ein paar kleine Abschürfungen und Prellungen ist ihm wohl nichts weiter passiert, jedoch steht er unter Schock. Am kurzen Seil wird der Verletzte langsam mit nach unten genommen. Jetzt steigen wir anderen nach und gehen zusammen zum Base Camp zurück. Zu unserer eh schon getrübten Stimmung kommt nun auch noch die Nachricht, dass ein Sherpa einer anderen Gruppe von einer Lawine mitgerissen und in eine Spalte gestürzt ist. Ein Rettungshubschrauber konnte den zweiten Sherpa bergen und abtransportieren. Für den Ersten kam jede Hilfe zu spät.  Auch unser Verunglückter wurde aus reiner Vorsichtsmaßnahme nach Kathmandu ausgeflogen. Im gesamten Lager ist verständlicher Weise eine gedrückte Stimmung. An diesen Abend sitzen wir noch lange zusammen und versuchen das Erlebte zu verarbeiten.

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Tag 14:   Ruhetag im Basislager (4920m)

Der heutige Tag dient der Erholung. Bei dem schönen Wetter lege ich einen Waschtag ein. Ein Bergfreund gibt einen Marillenschnaps auf seinen Geburtstag aus. Auch erhalte ich liebe Grüße aus der Heimat von meiner Familie und Bergfreunden. Das gibt mir zusätzliche Kraft obwohl ich mich fit fühle wie noch nie. Zur Kaffeetafel gibt es Tee, Cappuccino, heiße Schokolade dazu Kuchen, Salami, Käse, Senf, Gurken und Silberzwiebeln. Für manche auch alles zusammen. Ob das an der Höhe liegt? Bis zum Abendessen lege ich mich noch etwas in meinen Schlafsack.

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Tag 15:   Base Camp - Lager 1  (5400m)

Wir entscheiden uns heute in 3 kleineren Gruppen und zu verschiedenen Zeiten nach oben zu gehen. Alle kommen mit einer fast gleichen Gehzeit oben an. Nur unsere Sherpas sind schneller und haben bereits die restlichen Zelte aufgebaut, sodass wir bei unserer Ankunft gleich die Zelte beziehen können. Hajo und ich gehen in ein Zelt. Vorher noch Schnee holen und zum Kochen bringen für Tee, später gibt es Pumpernickel und Dosenwurst. Das Wetter verschlechtert sich, es beginnt zu schneien. Bereits 19.00 Uhr liegen wir in unseren Schlafsäcken und schlafen auch bald ein.

Tag 16:   Aufstieg zu Lager 2 auf 6050m und zurück zu Lager 1

Mit dem Aufstehen sehen wir einen fast wolkenlosen Himmel. Jedoch der Neuschnee der letzten Nacht macht es nicht einfacher den mit Spalten durchsetzten "Weg" zu finden. Die steileren Stellen sind mit Fixseilen versichert. Ein kurzer Abstieg und anschließenden Gegenanstieg, dann haben wir Lager 2 erreicht. Wir richten ein Depot her und beginnen eine Stunde später mit dem Abstieg. Durch die Sonneneinstrahlung ist der Schnee weich und rutschig, so nutzen auch alle die vorhandenen Sicherungsseile. Gegen 15.30 Uhr erreichen wir das Lager 1 glücklich und erschöpft. 17.30 Uhr kommt der Climbing Sherpa an unser Zelt und sagt, wenn die zu erwartende Störung übermorgen zu heftig ist (viel Neuschnee) wird er die Besteigung abbrechen. In der Nacht gehen ganz in der Nähe einige Lawinen lautstark ab.

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Tag 17:   Abstieg zum Base Camp (4920m)

Heute steigen wir nochmal zum Basislager ab, um neue Kräfte zu sammeln. Es ist warm und so gönne ich mir mit 4 Liter Wasser eine Dusche mit dem restlichen Wasser wird die Wäsche durchgespült. Am Nachmitteg schlägt das Wetter um, es beginnt zu regnen mit Gewitterneigung.

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Tag 18:   Ruhetag im Base Camp  (4920m)

Der Himmel bleibt den ganzen Tag mit Wolken verhangen. Von Zeit zu Zeit kommen Graupelschauer herunter. Da bleibe ich lieber im Schlafsack und ruhe mich aus.

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Tag 19:   Base Camp - Lager 1

Nachdem wir die neuesten Wettermeldungen erhalten haben, beschließen wir bereits heute Nachmittag nach oben zu gehen und das beste aus der Situation zu machen. Am Vormittag gehen zwei Bergfreunde aus gesundheitlichen Gründen zurück nach Kathmandu und reisen ab. Kurz vor dem Start sagt eine weitere Teilnehmerin ab. Alle anderen starten in kleinen Gruppen und erreichen das Hochlager 1 nach 2,5 Std.

Tag 20:   Aufstieg zu Lager 2   (6050m)

Zeitig brechen wir auf. Die Sonne ist noch über dem Hochnebel und kämpft sich langsam durch. Wir kommen gut voran und sind bereits nach 3,5 h im Camp 2. Schade nur, dass die Krähen unser Depot angefressen haben. Das tut aber der Stimmung keinen Abbruch. Die Zelte werden aufgebaut und eingerichtet. Spät am Nachmittag kommen die Sherpas vom Spuren zurück und berichten von sehr viel Neuschnee. Teilweise sind sie Hüfthoch im Schnee versunken. Um Firnanker zu setzen mussten sie bis zu 3 Meter tiefe Löcher ausheben. Trotz der drüben Aussichten wollen wir 4.00 Uhr starten.

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Tag 21:   Gipfeltag auf Umwegen

2.30 Uhr ist wecken, in allen Zelten sind die Kocher heiß um Schnee zu schmelzen für Essen und Trinken. Im Licht der Stirnlampen laufen wir pünktlich los. Bereits nach wenigen Minuten bricht eine weitere Teilnehmerin ab und geht zurück. Gegen 7.00 Uhr erreichen wir den Sattel, der Himlung ist zum Greifen nah und doch so weit weg. Da wegen der Schneemassen uns eine Besteigung fast unmöglich scheint, entschließen wir uns auf den 6430 Meter hohen Nebengipfel zu steigen. Der Wind hat viel Schnee aus der Spur geweht und die anliegende Sonne hat den Rest gut verpresst. Am Gipfel angekommen werden wir mit einer fantastischen Aussicht belohnt. Alle sind sich einig, die richtige Entscheidung getroffen zu haben und kein unnötiges Risiko eingegangen zu sein. Der Berg steht in ein paar Jahren auch noch da. Haben wir doch im Vorfeld gewusst, dass es ein sehr ausgesetzter Berg ist und er erst von wenigen Expeditionen bestiegen wurde. 10.00 Uhr, wir beginnen mit dem Abstieg. Im Hochlager 2 angekommen, beräumen wir dieses komplett und steigen weiter ab zu Lager 1. Auch hier packen wir alles zusammen und laufen mit bis zu 40 kg schweren Rucksäcken nach unten. Zwischen 17.00 und 18.00 Uhr kommen wir fix und fertig im Basislager an.  Zum Abendessen sind alle ruhig und müde. Bereits 20.00 Uhr liege ich in meinem Schlafsack.

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Tag 22:   Erholungstag im Base Camp

Tief und fest habe ich die ganze Nacht durchgeschlafen. Das Wetter ist nicht sehr einladend, immer wieder gehen Schneeregenschauer herunter. Zum Frühstück sind alle wieder gesprächig wie eh und je. Da wir früher zurück sind entscheide ich mich meinen Flug umzubuchen und eher nach Hause zu fliegen. Für den Nachmittag ist eine kleine Feier angesetzt. Gemeinsam mit den Katalanen, den Sherpas und der Küchenmannschaft haben alle viel Spaß, Hunger und Durst.

Tag 23: Basislager Vorbereitung zum Abmarsch

Auch heute gibt es wieder Trubble mit einer Teilnehmerin, als es um Trinkgelder für die Sherpas, die Küchenmannschaft und natürlich auch für unseren Guide geht, war sie der Meinung "er habe ja nur seinen Job gemacht". Traurig, solche Leute sind einfach nicht teamfähig.

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Tag 24: Rückmarsch vom Base Camp bis Meta  ca. 26 km

In der Nacht hat es wieder bis ins Baisislager herunter geschneit. Am Morgen kommt leichte Hektik auf, die letzten Sachen einpacken und schon werden die Zelte abgebaut. Noch im Nebel laufen wir los, später klart es auf und schon läuft es sich leichter. Wir folgen den Anmarschweg über Phu, gemütlich und ohne Eile erreichen wir nach 9 Stunden unser Tagesziel in Meta. Es ist kühl geworden und so sitzen wir in der Küche am offenen Holzfeuer und trinken heißen Tee.

Tag 25: Meta - Koto  ca. 21 km

Die Gruppe teilt sich auf. Ich z.B. habe meinen Flug vorgebucht und fliege eher nach Hause. Nach dem Frühstück verabschieden wir uns von der Mannschaft und übergeben als Dankeschön ein kleines Trinkgeld. Der Weg hat es nochmal in sich auch wenn es mehr bergab wie bergauf geht. Nach 5 Stunden sind wir in Koto, gerade noch rechtzeitig bevor ein kräftiger Regenschauer niedergeht. Am Abend handeln wir noch den Preis für unseren Rücktransport aus. Zuerst mit dem Geländewagen nach Besi Sahar und anschl. mit dem Auto nach Kathmandu.

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Tag 26:   Rückfahrt von Koto über Besi Sahar nach Kathmandu

Frühzeitig stehen wir auf, noch ein kleines Frühstück und pünktlich 8.00 Uhr sitzen wir im Jeep. Vor uns liegt eine 6-stündige Fahrt auf einer Piste über Stock und Stein (schöne Grüße an die Bandscheiben). In Besi Sahar heißt es umsteigen und wir fahren noch einmal 4,5 Std. in die Hauptstadt. Es ist bereits dunkel wie wir in unserem Hotel ankommen, alles weitere läuft reibungslos, nach 10 min. habe ich ein Zimmer und nehme als erstes eine heiße Dusche. Bei meinem abendlichen Spaziergang stoppe ich in einem Restaurant, um eine Kleinigkeit zu essen und dazu ein gutes Everest Bier.

Tag 27 u. 28:   Kathmandu

Wie angenehm war es mal wieder in einen richtigen Bett zu schlafen. Die letzten beiden Tage lasse ich es ruhug angehen. Ein Besuch beim Barber und man fühlt sich wie neu geboren. Durch Straßen und Gassen bummeln, in dem ein oder anderen Geschäft etwas kaufen. Zwischendurch einen Kaffee trinken dazu ein Stück Kuchen. Für den Abend haben wir eine Einladung von der Agentur zum Dinner.

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Tag 29:   Rückreise nach Deutschland

Vormittags ziehe ich noch einmal durch das Touristenviertel Thamel. Am Nachmittag werden wir mit einem Kleinbus zum Flughafen gefahren und treten die Heimreise an.

Auch wenn ich froh bin wieder nach Hause zu kommen,

Nepal ist immer wieder eine Reise wert.

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