Muztagh Ata – 7546 m - Expedition vom 13.07. bis 11.08.2010

        ​Der Muztagh Ata 7546 m liegt in der chinesischen Provinz Xinjian und dominiert zusammen mit dem Kongur Shan 7719 m, das Gebiet Taklimakan.

Am Fuße des Berges leben Kirgisen, Kasachen, Usbeken und Uyguren, von ihnen erhielt der Berg vor langer Zeit seinen Namen: Muztagh Ata, was soviel heißt wie „Vater der Schneeberge“.

Teilnehmer:   Tilo Greiner (Guide), Prof. Thomas Villmann, Dieter Böhme,
                          Jürgen Gruber, Gunter Gruber, Jürgen Diez u. Stefan Diez

Voraussetzungen und Anforderungen
Um an dieser Expedition teilnehmen zu können, sind besondere körperliche Voraussetzungen zu erfüllen. Natürlich sind sehr gute Kondition, Schwindelfreiheit und absolute Trittsicherheit ein unbedingtes Muss. Das heißt sicheres und selbständiges Gehen (auch mit schweren Rucksäcken) in schwierigem Gelände wie z.B. Geröllhalden, Moränenschutt, Grashänge, Blockwerk und auf geröllbedeckten Gletschern. Selbständiges und sicheres Gehen im Schnee und Eis sowie ein außerordentliches physisches und psychisches Durchhaltevermögen und eine gewisse Leidensfähigkeit sind weitere entscheidende Voraussetzungen und gehören zum Expeditionsalltag dazu. Jeder Teilnehmer muss selbständig seine eigenen Lasten (persönliches Equipment, komplette Hochlagerausrüstung und seine Verpflegung), welche bis über 20 kg wiegen kann, selbst von Hochlager zu Hochlager transportieren. Ab dem Basislager erfolgt die Besteigung in eigener Verantwortung. Der Umgang mit Pickel und Steigeisen sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Bis zu 35° Grad steile Schnee- und Eisflanken müssen seilfrei begangen werden.

Vorbereitung
Wichtig für diese Reise ist eine sehr gute konditionelle Vorbereitung, z.B. längere Läufe, Radtraining und Treppenläufe. Diese Möglichkeiten sollten anfangs im langsamen Tempo passieren, kontinuierlich und ausdauernd. Drei Monate vorher sollte das Training auf drei bis viermal die Woche ausgedehnt und dabei auch mal bis in einen hohen Pulsbereich geführt werden. Günstig im Vorfeld ist meine Vorbereitung im Höhentrainingszentrum Bornmühle, um die Akklimatisation voranzutreiben.


Bis in die späten Abendstunden habe ich meine Expeditionsausrüstung noch einmal kontrolliert, gepackt und gewogen, die Reisetasche mit 27 kg und der Rucksack ca. 7 kg als Handgepäck. 
Draußen tobt ein Gewitter und im Zimmer sind immer noch 35° C.

 

Tag 01:    Anreise:  Deutschland – via Türkei - Kirgistan
Es war nur eine kurze Nacht, ganze 3 Std. schlafen und gegen 5.45 Uhr stehe ich auf. Nach einem kleinen Frühstück belade ich das Auto und wir starten gegen 7.15 Uhr. Auf dem Weg zum Flughafen halten wir noch mal in Röbel auf der Baustelle und kommen 9.20 Uhr in Berlin – Tegel an. Wir verabschieden uns und mit den besten Wünschen ziehe ich mit meinem Gepäck ab. Im Terminal angekommen treffe ich Tilo unseren Guide, wir kennen uns bereits vom Aconcagua, auch Thomas ist schon da. Kurze Zeit später treffen Jürgen und Gunter Gruber ein. Wir sind komplett und Checken ein (ohne große Probleme, nur 500 € für Übergepäck, 12,00 €  pro kg).
Mit etwas Verspätung geht unser Flug zuerst nach Istanbul, hier stoßen die beiden anderen Reiseteilnehmer Jürgen und Stefan Diez zu uns, nach einem weiteren Flug landen wir 01.50 Uhr  in Bishkek. Bei der Passkontrolle und Gepäckabholung geht alle reibungslos. Vor dem Flughafen werden wir bereits von Aljona von der Agentur und Bob unser Busfahrer erwartet. Die Fahrt durch die Nacht dauert etwa 45 Minuten und wir erreichen das Gästehaus in Bishkek. Wir bekommen noch etwas zu trinken und legen uns anschließend alle in einer Yurte nieder.

Tag 02:    Bishkek - Naryn    Wegstrecke ca. 300 km, Fahrzeit ca. 10.00 h
Heute geht es früh raus. 8.00 Uhr ist Frühstück und 9.30 Uhr fahren wir mit dem Bus los. Anfangs über relativ gute und breit ausgebaute Straßen, jedoch gibt es so gut wie keine Hinweisschilder. Auch scheint es keine StVo zu geben, es wird links wie rechts überholt. Bei einer nicht angekündigten Baustelle geht es auf die Gegenfahrbahn und wieder zurück in die Baustelle. In dem Ort Kochkor bekommen wir Mittagessen. Die Frau des Hauses begrüßt jeden einzeln ganz herzlich mit Umarmung. Die Fahrt geht weiter in der Mittagshitze durch das Kirgisische Gebirge nach Naryn, wo wir gegen 16.00 Uhr im Gästehaus der Agentur ankommen. Den Rest des Tages verbringen wir mit einem Bummel durch den Ort. Bei einem Besuch im örtlichen Kaufladen holt sich jeder eine 0,5 l Flasche Wodka zum Desinfizieren später im BC.
19.00 Uhr gibt es Abendbrot und 21.30 Uhr fallen alle müde in ihr Bett.

Tag 03:    Naryn - Kashgar (China)   Wegstrecke ca. 350 km, Fahrzeit 10 h
Die Nacht gut durchgeschlafen werde ich 7.20 Uhr wach und wecke Thomas. Er sagt, dass er 3x in der Nacht draußen war, ich habe nichts gehört. Gleich nach dem Frühstück geht unsere abenteuerliche Fahrt los, anfangs noch auf Asphaltstraßen später auf Schotterpisten (ca. 120 km am Stück). Gegen 13.00 Uhr passieren wir die Grenze zu China. Insgesamt werden wir 6 x kontrolliert (2x auf kirgisischer und 4x auf chinesischer Seite mal mehr, mit allen Schikanen, mal weniger. Dabei hat Tilo ein Problem, seine Passnummer stimmt nicht mit der eingereichten überein, er hat einen neuen Pass. Zum Weiteren wurden uns, von den chinesischen Zollbeamten  sämtliche Fleischkonserven aus den Trekkingtonnen weggenommen.
Um 19.15 Uhr kommen wir in Kashgar im Hotel „Jambu“ an. Es hat 3-Sterne, ist zwar in die Jahre gekommen aber noch ganz ordentlich in Schuss. Über der Stadt hängt eine Dunstglocke. 20.00 Uhr bekommen wir noch ein gutes chinesisches Abendessen. Müde von der doch sehr anstrengenden Reise gehen wieder alle früh zu Bett.

Tag 04:    Kashgar
Das Frühstück heute ist doch sehr gewöhnungsbedürftig, hartes Toast, hart gekochte Eier, Rührkuchen, chinesisches Gemüse und Suppe. Danach beginnen wir um 8.30 Uhr mit der  Stadtbesichtigung. Durch kleine Straßen mit typischen Handwerksbetrieben, Klempner, Schmied, Instrumentenbauer und Händler. Anschließend fahren wir zu einer Grabstätte der ehem. Fürstenfamilie. Auf einen dahinter liegenden Friedhof werden die Verstorbenen innerhalb von 24 Std. in einer Grabstelle beigesetzt.
Zum Mittagessen fahren wir in ein chinesisches Restaurant mit Landestypischer Küche. Am Nachmittag besichtigen wir die Altstadt (ca. 1000 Jahre alt) die Häuser sind zum großen Teil noch bewohnt. Die Tagestemperaturen erreichen im Sommer um die 40°C, im Winter bis –25°C. Kaum vorstellbar in diesen alten Häusern. Weiter geht die Fahrt zu einer Teppichfabrik, später besuchen wir einen Bazar. Zurück im Hotel machen Thomas und ich noch eine große Runde zu Fuß durch Straßen und Gassen, es gibt noch einiges interessantes zu sehen.
Zum Abendessen um 18.30 Uhr gehen wir gemeinsam in ein uygurisches Restaurant. Da es zu dem guten Essen aber nur Tee gibt, fahren wir anschließend noch zu einem Nachtmarkt (Biergarten) auf zwei Bier. 23.30 Uhr sind alle auf ihren Zimmern. Es war ein schöner Abend.

Tag 05:     Kashgar – Karakol Lake - Subashi 3650 m   Wegstrecke 200 km, Fahrzeit ca. 7 h
Die letzte Nacht habe ich etwas unruhig geschlafen, der Weckservice hat schon 5.00 statt 7.00 Uhr geklingelt. Nach dem Frühstück laufen wir zum Supermarkt (400m lang und 100m breit). Wieder im Hotel, fährt schon unser Bus vor, wir verstauen das gesamte Gepäck und los geht die Fahrt, raus aus Kashgar über gut ausgebaute Landstraßen auf dem Karakorum Highway. Nach einer Stunde ist kaum noch Verkehr auf den Straßen, eine weitere Stunde weiter sehen wir die ersten Berge. Jeder ist heiß darauf und will die ersten Bilder machen. Um 11.00 Uhr halten wir in einem kleineren Ort (letzte Möglichkeit etwas zu kaufen), gegen 14.00 Uhr halten wir  abermals an einen chinesischen Kontrollpunkt. Wieder müssen alle aussteigen und zur Passkontrolle, handschriftlich werden alle Daten auf ein Blatt Papier übertragen. 30 Minuten später geht die Fahrt weiter über scheinbar unendliche Straßen die sich langsam höher durch das Gebirge ziehen. An einem Gebirgssee gibt es eine Rast, bei Fladenbrot und Melone. Am Ufer des Karakol Lake machen wir einen Fotostop mit dem gewaltigen Muztagh Ata als Panorama. Noch wenige Fahrkilometer und wir erreichen unser Tagesziel in dem kleinen Ort Subashi. Hier zwischen  7000er und 6000ern leben die freundlichen Uygur Nomaden. Für die nächsten zwei Nächte beziehen wir eine Yurte und beginnen unsere Sachen zu ordnen. Am Abend bekommen wir ein gutes Essen (Vorsuppe, Omelett und Melone) wir essen reichlich.

Tag 06:     Subashi  3650 m  (Akklimatisation)   Wegstrecke 2 x 8 km, Gehzeit ca. 8,5 h (3,5 + 3,0 + 2,0)
Nach dem Frühstück, es gibt Boretsch (Haferschleim), Tee, Toastbrot mit Ei und Nutella, starten wir zu unserer Eingehtour auf einem nahe gelegenen Hügel (3950m). Alle gehen einen gleichmäßigen und langsamen Schritt. Im Abstand von 5-10 Min. kommen alle nach mir oben an. Wir bleiben fast 3 Std. oben und versuchen mit Blick auf den Muztagh Ata die einzelnen Hochlager zu sichten. Nach einem kurzen Abstieg gehen wir auf einen weiteren 4060m hohen Berg, wo ich auch wieder als erster ankomme. Ein kühler Wind kommt auf und so beginnen wir mit dem direkten Abstieg in Richtung Subashi wo wir gegen 17.00 Uhr eintreffen. Kurz vor dem Ort stoßen wir auf einen 10 m breiten Bach (Schmelzwasser), welcher heute früh noch ein Rinnsal war. Also Schuhe und Strümpfe ausziehen, Hosen hochkrempeln und durch. Zum Abendessen gibt es Spagetti mit frischer Tomatensoße, natürlich auch Vorsuppe und Melone. Alle gehen zeitig zu Bett, jedoch geht die Tür der Yurte ständig auf und zu, das viele Trinken macht sich bei einigen bemerkbar.

Tag 07:     Subashi – Base Camp 4450 m    Wegstrecke 12 km, Gehzeit ca. 4 h
Ich habe sehr gut geschlafen. Zum Frühstück gibt es Rosinenbrot und Toast mit Spiegelei. Um 9.00 Uhr kommen die Kamele, werden mit unserer Ausrüstung beladen und verschnürt. Start ist um 9.45 Uhr, Anfangs noch an vierter Stelle bin ich nach 20 Minuten schon vorne dran und es dauert nicht lange schon entsteht hinter mir und Mohamed (Guide) eine große Lücke. Nach etwa einer Stunde läuft Mohamed II. (Koch) zu uns auf. Diese beiden gehen ein zu hohes Tempo und so laufe ich meinen Rhythmus weiter, nach einiger Zeit bleiben sie stehen und warten auf mich.  Mohamed I. wartet hier auf den Rest der Gruppe welche schon 1 km hinter uns zurück liegt. Derweilen gehe ich mit dem Koch weiter, er spricht deutsch und wir unterhalten uns ein wenig.
11.40 Uhr erreichen wir einen rauschenden Gletscherbach und überqueren ihn, wir legen eine  längere Pause ein und verzehren unser Lunchpaket. In der Zwischenzeit überholt uns die Kamelkarawane mit unserem Gepäck. Auch wir gehen weiter es sind noch 400 Hm, gegen 13.30 Uhr kommen wir im Base Camp an. Innerhalb der nächsten 45 Minuten kommen auch alle anderen im Lager an. Jeder sucht sich ein Plätzchen wo er sein Zelt aufstellen und einrichten kann. Auch wenn jeder ein eigenes Zelt hat so ist es doch ganz schön eng. Im Zelt sind bei Sonnenschein 40°C. Jetzt wird uns ein Mittagessen serviert (Spaghetti, Tomatensoße mit Knobi und Melone). Zwischen unseren Zelten und dem Essenzelt ist ein ca. 3m breiter Bach, eine Brücke gibt es nicht. Am Nachmittag haben wir Freizeit. 19.30 Uhr gibt es warmes Abendessen (Reis mit Gemüse, Knobi und Vorsuppe). Vor der Dämmerung gehen alle zurück zum Zelt (über den Fluss) den Blick gen Himmel sehen wir dicke dunkle Wolken aus Westen aufziehen.

Tag 08:    Base Camp (Ruhetag)
Die letzte Nacht habe ich schlecht geschlafen, gegen 4.30 Uhr nehme ich ein Aspirin gegen die leichten Kopfschmerzen. Es wird besser und geschlafen habe ich auch noch einwenig. 8.30 Uhr gibt es Frühstück und ab 10.00 Uhr teilt Tilo die Ausrüstung auf die Gruppen auf. Die Aufteilung der Gruppen ergibt sich von selbst: die Brüderpaare Jürgen und Stefan Diez, Gunter und Jürgen Gruber sind jeweils ein 2-er Team und Tilo, Thomas und ich ein 3-er Team. Jedes Team bekommt 2 Zelte für die Hochlager, Kochgeschirr, Kocher mit Gaskartuschen, Plastikschüssel und Löffel, Hochlagernahrung (für Trekkingtouristen), Tee und Schokolade. Leider wurde uns die Zusatznahrung (Schmalzfleisch und Wurst) an der chinesischen Grenze weggenommen. Anschließend baut jedes Team die Zelte auf und probiert die Kocher damit alles funktioniert. Nachdem Mittagessen gibt Tilo einen groben Tourenplan für das Einrichten der Hochlager und den evtl. Gipfelsturm. Die eine oder andere Änderung, bedingt durch Wetter bzw. Anpassung,  wird es schon noch geben. Am Nachmittag machen Tilo und ich eine kleine Bergtour auf 4660m.
Am Gletscherrand machen wir eine Pause und reden noch mal über den Aufstieg und sind beide der Meinung, ein drittes Hochlager einsparen zu können. Dafür werden die Tagesetappen jeweils länger, dafür die Materialtransporte aber weniger. Auf dem Rückweg finden wir ein verletztes Yackkalb und sagen unten im Lager Bescheid. Wir begegnen Stefan und Jürgen, später auch Gunter und Jürgen, Thomas hat sich in sein Zelt gelegt, ihm plagen schon den ganzen Tag starke Kopfschmerzen. Einer Gruppe des Reiseveranstalter DIAMIR begegnen wir auch noch, die sind heute im BC angekommen.
19.30 Uhr gehen wir zum Abendessen, alle sind gut drauf. Beim Essen servieren stellt sich ein neuer Reiseleiter vor „Max“ er spricht sehr gut deutsch, studiert Germanistik und wünscht uns einen guten Appetit. Am Abend holt sich jeder noch seine Tagesration Getränke (2 Flaschen Wasser oder 2 Dosen Cola oder 1 Flasche Bier).

Tag 09:     Base Camp – ABC (Depot 1) 5200 m   Wegstrecke 2 x 4 km, Gehzeit ca. 4,0 h (3,0 + 1,0)
Habe letzte Nacht gut geschlafen, war nur 3x wach (1x Toilette). Heute geht es allen wieder gut. Nachdem guten Frühstück starten wir 9.30 Uhr unsere Eingehtour in Richtung vorgeschobenes Basislager und nehmen etwas Gepäck mit. Je weiter wir nach oben kommen desto kälter und windiger wird es. Zusammen mit den ersten bin ich 12.00 Uhr oben, die letzten kommen 30 Minuten später. Wir richten ein Depot ein und steigen 13.00 Uhr wieder ab. Nach einer Stunde sind wir bereits wieder im BC und bekommen noch ein kleines Mittagessen.
Zwischenzeitlich habe ich mit jedem gesprochen und die Variante von nur 2 Hochlagern erklärt. So richtig abgeneigt ist niemand, eine Entscheidung steht noch aus, da sich jeder einzelne erst damit auseinander setzen möchte und im Endeffekt das Wetter und die Tagesform eine große Rolle spielt. Den Rest des Tages hängt jeder für sich ab.

Tag 10:    Base Camp – Camp 1 (Materialtransport) 5400 m
Zum Frühstück bekommen wir ein zusätzliches Lunchpaket. Um 9.45 Uhr starten wir unseren ersten offiziellen Gepäcktransport zum Hochlager 1. Auf dem Weg nach oben nehmen wir aus unserem Depot auf 5160m noch einiges an Material auf. Von Beginn an verschlechtert sich das Wetter und wie wir vom Depot aufbrechen beginnt es stark zu schneien. Tilo überlegt umzukehren, ich sage ihm, lass uns versuchen hoch zukommen. Die Sicht wird immer schlechter. Gegen 13.15 Uhr erreichen Tilo und ich als erste das Hochlager 1,  wir beginnen den Schnee beiseite zu schaufeln und errichten wieder ein Depot. Nach und nach kommen auch die anderen. Wir verstauen alles und decken es mit Schnee ab, stellen eine Markierungsstange auf und gehen ohne zu essen oder trinken zum Depot 1 zurück. Hier machen wir trotz Schneeschauer eine Pause und gehen anschließend zügig zum Basislager wo wir 15.15 Uhr ankommen. Wir bekommen eine Suppe und Tee. Tilo erwähnt vor allen das er stolz auf meine Leistung ist. Die Zeit bis zum Abendessen zieht sich jeder in sein Zelt zurück. Das Wetter ist nach wie vor schlecht. In der Nacht gehe ich noch mal auf Toilette und muss feststellen, dass das gesamte Basislager mit einer 10 cm dicken Schneeschicht bedeckt ist. erst einmal beräume ich mein Zelt von Schnee und lege mich anschließend mit mulmigem Gefühl wieder hinein.

Tag 11:    Base Camp (Ruhetag)
Auch am Morgen ist alles noch weiß. Wie wir erfahren soll oben  bis 1 m Neuschnee gefallen sein. Am Vormittag reißen die Wolken auf und langsam taud der Schnee, am Nachmittag ist nichts mehr davon zusehen. Ich nutze die Zeit heute um diverse Sachen zu waschen. Der ein oder andere macht einen kleinen Spaziergang oder Körperpflege. Spätnachmittag kommen eine spanische und eine Slowenische Gruppe von oben herunter und berichten von chaotischen Wetterverhältnissen. Im Lager 2 bis 40 cm und im Lager 3 bis 1 Meter Neuschnee. Sie müssen leider abbrechen weil auch ihre Besteigungszeit dem Ende entgegen geht.

Tag 12:    Base Camp – Camp 1   5400 m 
Nach einer sternenklaren Nacht und Temperaturen von –4°C früh im Zelt brechen wir 9.45 Uhr auf, jedoch nicht ohne gut Frühstück gegessen zu haben. Um 13.45 Uhr kommen wir zu dritt in Lager 1 an. Jürgen D. und Tilo beginnen sofort mit Schneeschaufeln das Plateau für die Zelte auszuheben. Da wir jedoch nur pro Zelt eine Schaufel haben, schlage ich vor noch mal nach unten zum Depot 1 zu gehen um unsere restlichen Sachen (2. Zelt und Essen) nach oben zu holen. Als ich 15.45 Uhr wieder im Lager 1 ankomme sind bereits alle 3 Zelte aufgebaut und jeder richtet sich so gut es geht ein. Es ist schon sehr beengt in diesen Hochlagerzelten. Nun wird Schnee geschmolzen und die Thermosflaschen mit Tee gefüllt und anschließend nach 2 Stunden kocht Tilo das Abendessen für uns drei, Nudeln mit Tomatensoße und Parmesankäse. Es wird schnell kalt im Zelt und so schlüpfen wir schnell in unsere Daunenschlafsäcke.

Tag 13:    Camp 1 – Camp 2  (Materialtransport) 6050 m
Die letzte Nacht war es im Zelt nicht sehr kalt dafür hat es erneut geschneit. Tilo ist schon wieder am Schnee schmelzen und kocht für uns. 10.00 Uhr gehen wir mit voll gepackten Rucksäcken nach oben, schon nach wenigen Höhenmetern merken wir, was an diesem Tag noch auf uns zu kommen soll. Der Neuschnee der letzten Tage macht uns mächtig zu schaffen. Tiefschnee zwischen 40-80 cm und Steigungen bis 35° fordern von jedem alles ab. Tilo und ich gehen voraus um zu Spuren, bei fast jeden Schritt versinken wir bis zu den Knien und sehr oft auch bis zum Hintern. Der stürmische Wind weht unsere Spuren schnell wieder zu so dass die anderen welche nur 20-50 Hm (5-15 Min.) hinter uns sind kaum einen Nutzen daraus ziehen können. Wir sind so erschöpft, dass wir um 15.00 Uhr auf 6050 m ein Depot einrichten. Eigentlich wollten wir bis auf  6200 m. Erneut ziehen dunkle Schneewolken auf, ohne uns lange aufzuhalten beginnen wir mit dem Abstieg nach Lager 1. Gunter und ich sind als erste unten und bereiten Wasser für Tee vor. Wir bleiben noch eine Nacht hier oben zur besseren Akklimatisation, morgen wollen wir absteigen zum Basislager.

Tag 14:    Camp 1 – Base Camp
Gleich nach dem Aufstehen kommen Gunter und Jürgen zu unseren Zelt und unterbreiten den Vorschlag die Zelte noch 160 Hm nach oben zu versetzen. Wir beratschlagen kurz und sind der Meinung dass unsere beiden Zelte hier stehen bleiben. Nach dem Frühstück bauen Gunter und Jürgen ab um weiter nach oben zu gehen und dort ihr Hochlager 1 neu einzurichten. Wir gehen unterdessen gemütlich nach unten  erreichen das Basislager um 11.20 Uhr. Pünktlich um 14.00 Uhr zum Mittagessen sind auch Jürgen und Gunter im Basislager angekommen. Am Nachmittag relaxen alle bei strahlend blauen Himmel und einer Cola oder einem Bier.
Um 18.30 Uhr wurde der bereits ausgetrocknete Flusslauf wieder aktiv, ein Zeichen für die Sonneneinstrahlung oben am Berg. Nach dem Abendessen kommt Tilo mit dem neusten Wetterbericht. Neue Schneefälle, Sturm und weiter unbeständiges Wetter bis Samstag.

Tag 15:    Base Camp (Ruhetag)
Nach einer klaren Nacht und ein paar kleinen Wölkchen am frühen Morgen entwickelt sich schnell ein sonniger und warmer Tag, mittags sind es 17°C im Schatten. Es ist Zeit, auch mal nichts zu tun. Der gesamte Tag verläuft ohne Aufregung oder sonstiges auch das Wetter hält sich bis zu einen schönen Sonnenuntergang. Am Abend hat eine Bergsteigerin aus Schweden ihr Zelt mitten im Bachlauf aufgestellt. Sie wird wohl eine unruhige Nacht haben, da links und rechts das Schmelzwasser vorbei rauscht. Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben, um 20.30 Uhr beginnt es leicht zu regnen und im weiteren Verlauf der Nacht zieht ein Gewitter auf und bleibt über mehrere Stunden.

Tag 16:    Base Camp (Schlechtwetter)
Auch in den frühen Morgenstunden regnet es noch. Zum Frühstück hört es auf und einige beschließen gegen 9.30 Uhr loslaufen zu wollen. Dies wird jedoch von einem Dauerregen ab 10.00 Uhr unterbunden, welcher bis in die Nachtstunden anhält. Leider tropft es bereits in den Zelten durch, sodass auch die Sachen und Schlafsäcke nass werden.
       
Tag 17:   Base Camp (Schlechtwetter)

Es hat auch die ganze Nacht durch geregnet und teilweise geschneit. So bleibt das Wetter auch den ganzen Tag. Gunter, Thomas und ich spielen heute von früh bis zum Abend Skat im Speisezelt nur unterbrochen von den Essenzeiten. Zum Abend hin regnet es nur noch leicht, aber es ist wie in einer Waschküche.

Tag 18:    Base Camp – Camp 1   Aufstieg 5400 m
In der Nacht hat der Regen nachgelassen und zum Früh hin aufgehört. Wir entschließen uns heute nach oben zu gehen. Leider sind unsere Sachen noch etwas klamm. Nach 4 Stunden kommen wir im Hochlager 1 an, die letzten 200 Höhenmeter davon im Tiefschnee, unsere Zelte sind teilweise eingeschneit. Es ist saukalt und Schneesturm haben wir auch. Kurze Zeit später haben wir die Zelte wieder auf Vordermann gebracht und uns wieder eingerichtet. Gegen 17.00 Uhr erhalten wir eine SMS mit dem aktuellen Wetterbericht, der nichts Gutes sagt. „Keine große Wetteränderung für die nächsten Tage, hohe Lawinengefahr (wem wundert es bei dem vielen Neuschnee) und Windgeschwindigkeiten von 80 km/h am Gipfel“. Nach einer kurzen Besprechung legen wir drei (Tilo, Thomas und Dieter) uns fest, morgen abzusteigen und abzubrechen. Wir sind zwar traurig und enttäuscht ohne Gipfel zurückgehen zu müssen, aber die Gesundheit geht vor. Die beiden anderen Teams wollen im Hochlager 1 das schlechte Wetter aussitzen und dann weiter sehen bzw. gehen.

Tag 19:    Camp 1 – Base Camp (Abbruch wegen Lawinengefahr)
Am morgen rufen wir über Funk Gunter und Jürgen zu uns herunter um mit allen noch mal über die Wetterverhältnisse und Prognosen zu sprechen. Es bleibt dabei Stefan und Jürgen sowie Gunter und Jürgen wollen oben bleiben um bei besserem Wetter aufsteigen zu können. Tilo, Thomas und ich steigen ab, dass Lawinenrisiko ist uns zu groß. Wir packen alles zusammen und steigen ab, kurz nach 12.00 Uhr kommen wir im Basislager an. Die Schneefallgrenze ist auf 4600m gefallen (Pulverschnee). Im Übrigen sind im Hochlager 1 bis heute früh weitere 40 cm Neuschnee gefallen.  Das Wetter im Basislager entwickelt sich zum Nachmittag sonnig aber kalt. Wir können sehen dass es oben sehr windig bleibt. Wir haben unsere Sachen in Ordnung gebracht. Der Abendhimmel ist fast ohne Wolken jedoch empfindlich kalt. Ich habe heute mit Petra telefoniert und von unserem Abbruch berichtet, schade, schade, schade... . Wir wundern uns, dass bis zum Abend viele Expeditionen zum Camp 1 unterwegs sind.

Tag 20:    Base Camp – Camp 1   2. Aufstieg
Wieder war es eine sternenklare aber sehr kalte Nacht und bei einem Blick gen Himmel tut sich für uns eine neue Chance auf. Wir sehen uns an und wissen sofort dass es bei diesen Wetterfenster nur nach oben gehen kann. Schnell packen wir alles zusammen und starten um 11.00 Uhr. Bei guten Verhältnissen haben wir einen guten Aufstieg und sind nach 4 Stunden im Hochlager 1. Zu unserem Entsetzen ist unsere Schneeschaufel weg, das könnte Probleme geben, schließlich müssen wir unser Depot 2 ausheben und eine Plattform für das nächste Hochlager herrichten. Tilo bekocht uns wieder gut, die Stimmung ist schon fast euphorisch. Leider haben wir zu den anderen keinen Funkkontakt, die sind ja bereits ein Lager höher. Um wieder aufzuholen haben wir uns für meine Variante mit den 2 Hochlagern entschieden und wollen so zusammen mit den anderen übermorgen auf den Gipfel stehen. Bis dahin haben wir noch einen langen Weg vor uns. Mit dem Sonnenuntergang wird es sofort kalt und wir legen uns in unsere Schlafsäcke.

Tag 21:     Camp 1 – Camp 2   6500 m   Höhenmeter 1100 m, Gehzeit 8.00 h
Letzte Nacht haben alle gut geschlafen. Es war windig aber kein neuer Schneefall. Zum Frühstück gibt es Mouse Chokolat und Milchreis mit Vanillesoße sowie Tee. Auch heute früh haben wir keinen Funkkontakt nach oben. Wir starten um 8.00 Uhr und schon nach 100 Hm legen wir unsere Schneeschuhe an, weil wir tief in den Neuschnee einsinken. Es zieht sich wieder unendlich hin, auch der Eisbruch ist nicht ohne. Ausgerechnet an der von uns als Schlüsselstelle bezeichneten Flanke (Lawinengefahr) kommen wir in einen Stau. Nicht ungefährlich, Tilo geht aus der Spur und wir ziehen langsamen Schrittes vorbei. Eine Stunde später erreichen wir die Stelle wo wir unser Depot 2 eingerichtet haben. Lange müssen wir suchen ohne GPS, das haben wir den anderen beiden Teams überlassen. Nach 30 Minuten haben wir es gefunden, unser Markierungsstab war heraus gezogen. Mit dem Eispickel und Händen graben wir das Zelt, Kochgeschirr, Gaskartuschen und Essen frei und verstauen alles zusätzlich an unseren schon vollen Rucksäcken. Weiter geht es nach oben, Zeit aufholen ist nicht möglich aber weiter einbüssen wollen wir auch nicht. 14.00 Uhr kommen wir mit etwas Vorsprung auf Thomas im Lager 2 auf 6200 m an. Ich frage alle nach ihrer Kondition und schlage vor das wir nach 30 Minuten Pause, weiter auf 6500 m gehen und dort wie vorgesehen unser 2. Hochlager errichten. Wir sind uns einig und gehen weiter, es wird noch ein hartes Stück Arbeit und Kampf für alle. 16.00 Uhr sind wir da, das heißt mitten am Hang schaufeln Tilo und ich mit unseren Schneeschuhen eine Plattform und bis Thomas kommt steht auch schon das Zelt. Wir essen und trinken noch etwas, keiner hat so richtig Appetit bzw. Hunger in dieser Höhe. Am Abend haben wir wieder Funkkontakt und sagen dass wir im Lager 2 sind und lassen alles andere offen. Zeitig legen wir uns in unsere Schlafsäcke.

Tag 22:     Camp 2 – Gipfelsturm  7546 m   Höhenmeter 1050 m, Gehzeit 9.30 h  (6.5 + 1,0 + 2,0)
Wir haben die Nacht so gut wie nicht geschlafen und Kopfschmerzen tun ihr übriges. 5.00 Uhr nehme ich ein Aspirin und kann noch eine Stunde schlafen. Gleich nach dem Erwachen nehme ich noch ein Aspirin, vorsorglich. Wir trinken Tee und essen Mouse Chokolat und um 7.20 Uhr gehen wir los. Wir müssen erst mal 300 Hm bis zum 3. Hochlager der anderen Teams aufholen und wissen das diese erst um 8.00 Uhr starten wollen. Tilo geht ein hohes Tempo und nach 1 Stunde 20 Minuten erreichen wir 6800 m. Weit vor uns am Berg sehen wir unsere beiden Teams gehen. Wir machen 15 Minuten Pause und gehen dann im langsamen Schritt weiter. Der Himmel ist noch stark bewölkt, windstill und ca. –20°C. Jetzt kommt die Sonne über den Berg hervor und plötzlich sagt Thomas auf ca. 6900 m dass er seine Sonnenbrille vergessen hat. Wir glauben nicht was wir da hören. Tilo sagt mehrmals er müsse zurück sonst wird er Schneeblind. Wie durch ein Wunder kommt hinter uns ein einzelner Bergsteiger der eine Ersatzbrille für Thomas hat. Soviel Glück zu haben ist schon unbeschreiblich, also können wir nun weiter gehen. Den gesamten Weg hoch und runter gehen wir mit Schneeschuhen. Die Pausen die wir machen sind nur kurz, maximal 5 Minuten, etwas trinken, ein Power Gel und weiter. Gegen 11.30 Uhr holen wir die Gruberbrüder ein und gehen vorbei, Schritt für Schritt. Bei uns läuft es gut, mein Höhenmesser sagt dass wir gleich oben sind. In mir kommt ein riesiges Gefühl von Freude hervor und ein paar Tränen fließen auch. Jetzt weiß ich, es kann mich nichts mehr vom Gipfel zurück halten. Die letzten Meter gehe ich wie im Traum und dann ist es geschafft !!!  13.50 Uhr stehen Tilo und ich am Gipfel des Muztagh Ata, Thomas kommt einige Minuten später. Wir liegen uns in den Armen und sind einfach nur glücklich. Nicht zu vergessen Jürgen D. ist 13.15 Uhr und Stefan D. 13.40  Uhr am Gipfel. Wir begeben uns ca. 14.40 Uhr wieder auf den Rückweg und treffen auf die Gruberbrüder, Jürgen ist sehr erschöpft und liegt im Schnee. Ich gebe ihn von mir 3 Power Gel und bestehe darauf, dass er sie sofort einschiebt. Dann gehen wir weiter und wünschen noch viel Glück und Erfolg. Auch die Gruberbrüder erreichen am gleichen Tag gegen 15.40 Uhr den Gipfel. Am Abend erhalten wir den Funkkontakt das auch sie wieder im Hochlager 3 angekommen sind. 16.45 Uhr erreichen Tilo und ich unser Hochlager 2 auf 6500 m, Thomas kommt ca. 30 Minuten später völlig erschöpft. Zwischenzeitlich kommen Jürgen und Stefan D. an unseren Zelt vorbei, sie haben ihr Zelt abgebaut und wollen auf 6200 m schlafen. Wie sich später heraus stellte war das auch nicht optimal. 
Es ist unglaublich die gesamte Gruppe hat an einen Tag den Gipfel erreicht und ist, was noch viel wichtiger ist auch wieder gesund nach unten gekommen.

Tag 23:     Camp 2 – Base Camp
Der Tag beginnt sehr früh, geschlafen haben wir kaum. 6.10 Uhr geht schon der Kocher. Tilo macht noch Wasser für Tee, essen will keiner was. Alles zusammen packen, Zelt abbauen und 7.15 Uhr gehen wir voll gepackt nach unten. 9.30 Uhr erreichen Tilo und ich, etwas später auch Thomas, das Lager 1 auch dieses Zelt wird abgebaut und mit überschweren Rucksäcken (ca. 25 kg) geht es dann nach unten zum Basislager. Unterwegs werden wir immer wieder für unseren Gipfelerfolg beglückwünscht. 12.30 Uhr kommen Thomas und ich im Basislager an, Tilo ist schon 30 Minuten vor uns da. Von der gesamten Mannschaft werden wir empfangen und jeder gratuliert uns. Jetzt können wir von einer erfolgreichen Besteigung sprechen und sehr stolz auf unseren Erfolg sein. Am Nachmittag treffen Jürgen und Stefan ein und gegen 18.00 Uhr kommen auch Gunter und Jürgen erschöpft aber glücklich im Basislager an. Bis dahin ist schon das eine oder andere Bier geflossen. Und da war ja auch noch der Wodka aus Kirgistan. Nach dem Abendessen ging die Feier ausgelassen weiter. Am späten Abend fallen alle glücklich und zufrieden in ihr Zelt.

Tag 24:     Base Camp (Ruhetag)
Wir haben es heute nicht eilig aufzustehen und doch sitzen alle beim Frühstück zusammen. Anschließend beginnen wir mit dem Packen unserer Ausrüstung. Auch das Wetter spielt mit und wir können die Sachen zum Trocknen raus legen. Am Nachmittag setzen wir uns bei ein paar Bier zusammen und erzählen von vergangenen und evtl. zukünftigen Bergtouren. Wir feiern bis spät in die Nacht.

Tag 25:     Base Camp - Kashgar
Nach einer kurzen Nacht steht heute der Rückmarsch vom Basislager nach Subashi und Fahrt nach Kashgar auf dem Plan. 10.00 Uhr gehen wir los und schon nach kurzer Zeit müssen wir den rauschenden Schmelzwasserbach überqueren, was bei dem vielen Niederschlag der letzten Tage sich als nicht so einfach heraus stellt. Am Ende müssen wir die Schuhe und Socken ausziehen und durch das mit trüben Wasser gefüllte Flussbett laufen. 12.30 Uhr unten angekommen warten wir sehr, sehr lange auf unser Gepäck, bekommen noch ein Mittagessen. Erst gegen 17.30 Uhr können wir endlich losfahren und der Tag geht so abenteuerlich wie er begonnen hat, weiter. Durch mit Schlammmassen und Geröll überflutete Straßenabschnitte geht die Fahrt nach Kashgar wo wir 22.00 Uhr ankommen. Da wir für 2 zusätzliche Nächte eine Unterkunft brauchen, müssen wir in ein anderes Hotel ausweichen. Auf den Zimmern angekommen machen wir uns notdürftig frisch und gehen noch mal los etwas essen und natürlich auch trinken. 2.00 Uhr in der Nacht falle ich nach einer Dusche müde ins Bett.

Tag 26:     Kashgar – Taklamakan Wüste
Den freien Tag heute nutzt ein Teil unserer Gruppe für eine Fahrt in die Taklamakan-Wüste (die zweitgrößte der Welt) und machen einen Ausritt auf den Kamelen. Auf der Rückfahrt halten wir noch einige Male an, unter anderem auf einen Wochenmarkt, einem Bazar und einem Supermarkt. Das letzte Stück laufen wir zum Hotel zurück und duschen den Staub ab, treffen uns um 19.00 Uhr und gehen zum Abendessen.
   
Tag 27:     Kashgar

Heute steht ein Ausflug zum Tierbazar an. Die Bauern kommen von weit her um hier mit ihren Tieren zu handeln. Nachmittag fahren wir uns eine Stuppa anzusehen (konnte man auch weg lassen). Am Abend gehen wir zum Nachtmarkt mit einem gemütlichen Ausklang.

Tag 28:     Kashgar – Issyk Kul See
Zeitig nehmen wir unser Frühstück ein und 7.30 Uhr ist Abfahrt vom Hotel. Die Reise geht wieder über unendlich lange Schotterpisten mit mehr oder weniger langen Stopps an den vielen Grenzkontrollen. Die Grenze nach Kirgistan erreichen wir um 13.30 Uhr wo wir von unserem Busfahrer Bob und Aljona erwartet und mit Champagner empfangen werden. Das war vielleicht eine Überraschung für uns. Die letzte Kontrollstelle auf kirgisischer Seite passieren wir 15.40 Uhr und 20.00 Uhr essen wir in Kochkor wieder Abendbrot bevor unsere Fahrt weiter geht bis zu unserer Ankunft in Kajysay am Issyk-Kul gegen 23.00 Uhr. Nach diesem langen Tag fallen wir alle müde in unsere Betten und schlafen auch bald ein.

Tag 29:     Issyk Kul See - Bishkek
Ein strahlend blauer Himmel erwartet uns nach dem Aufstehen, wir gehen zum Frühstück und anschließend noch ein paar Stunden an den Strand zum Baden. Direkt im Anschluss an das Mittagessen fahren wir mit dem Bus nach Bishkek. Ankunft im Gästehaus ist 19.00 Uhr wo wir Doppelzimmer erhalten, um uns noch einmal frisch machen zu können. 20.00 Uhr gehen wir zum Abendessen, bis zur Abfahrt um 0.30 Uhr sitzen wir noch gemütlich beisammen. 

Tag 30:     Abreise

Die Fahrt zum Flughafen sowie der gesamte Rückflug verlaufen kurzweilig und ohne Probleme, in Berlin landen wir pünktlich. Petra und Marco holen mich vom Flughafen ab. Es ist schön wieder zu Hause zu sein.

Es war eine außerordentlich schöne und erfolgreiche Tour.

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